Die Kristallmagierin

Im Westen des Kontinents liegt das Dominion von Sedhannia. Generell gehört das westliche Dominion zu den ärmeren Regionen des Reiches. Sedhannia wird von Landwirtschaft und Bergbau geprägt. Jahrhundertelang wurde Sedhannia von mächtigen Freilords beherrscht und ausgepresst. Schließlich kam es zu einem Aufstand, dessen eigentlicher Drahtzieher der damals noch kleine Orden der Kristallmagier war.

Seit dieser Zeit wird Sedhannia von diesem Orden autoritär beherrscht. Es gilt das Prinzip der erblichen Leibeigenschaft. Die Bevölkerung ist dem Ersten Ordensherrn gegenüber tributpflichtig. Wer seine Schuld nicht begleichen kann, wird in die Minen gesandt. Diese Minen verbergen das Material, das die Kristallmagier zum Ausbau ihrer überlegenen Macht benötigen, denn hier liegen Kristalle begraben, die die sogenannte Macht des Anfangs enthalten. Die Kristallmagier besitzen die Fähigkeit, diese Kräfte zu erkennen und für sich nutzbar zu machen. Die Kombination und Anwendung dieser alten Kräfte, ist der Kern ihrer Wissenschaft.

Die Kristallmagierin ist eine noch junge Eingeweihte, deren Ausbildung nicht vollständig abgeschlossen ist. Mit hohen Talenten gesegnet, ist sie jedoch im Zweifel darüber, ob sie die politischen Ideologien ihres Ordens teilen kann. Wenn es darum geht, die Welt unter das Joch ihrer Brüder und Schwestern zu zwingen oder den Fall der absoluten Dunkelheit zu bewahren, wird sie ihre Entscheidung zu treffen haben. Die Kristallmagierin beherrscht das edle Handwerk des Steinschneidens. Sie kann Kristallen und Edelsteinen neue Formen geben und damit die Energien und Wirkungen dieser Steine verändern und verstärken.

 

Die Geschichte der Kristallmagierin

„Man sagt, dass jede Technologie, die nur weit genug fortgeschritten ist, den Menschen wie reine Magie vorkommen wird. Das stimmt – zum Teil. Ich weiß wovon ich rede, denn ich gehöre zu denen, die die Brücke zwischen beiden Welten überschreiten können. Für viele sind wir nicht mehr als eine unheilbringende Bande von dunklen Magiern, die, abgeschirmt vor den Augen der Welt, finstere Dinge beschwört. Das ist Unsinn! Wir nutzen das, was uns die Welt ohnehin geschenkt hat. Auch, wenn wir es vorher den Tiefen der Erde entreißen müssen. Nein, wir tun das nicht selbst… unsere… nun… Bediensteten erledigen das für uns. Dafür ernähren wir sie und sie werden von uns geschützt… vor den anderen Dingen, die manchmal aus der Tiefe erscheinen können.
Was wir wirklich suchen, das sind Kristalle. Nein, keine schimmernden Schmucksteine, aus denen sich allerlei unnützer Tand fertigen lässt. Diese Kristalle sind viel älter und in ihnen sind die Kräfte des Beginns gespeichert, die Mächte der Schöpfung selbst. Nicht jeder kann diese Kräfte der Kristalle erkennen. Einige von uns werden mit dieser Fähigkeit des Erkennens geboren. Es gilt, jedes dieser Talente zu finden und sie in unserem Sinne auszubilden und zu formen. Nur so kann unser Orden wachsen und wird stark genug, die Welt wieder in einen Ort umzuwandeln, an dem die alten Prinzipien herrschen und respektiert werden.

Teile ich alle Ziele, die der Orden verfolgt? Ich habe darauf keine vollständige Antwort. Einerseits gebieten wir über eine große Macht, die stetig weiter wächst. Macht umzugestalten, Macht zu verändern, Macht, das zu vernichten, was die Menschen dieser Welt in Unfreiheit hält. Religionen, Aberglauben, falsche Götter. Andererseits befassen wir uns mit Kräften, die einen weniger standhaften Geist mühelos zu größter Grausamkeit zu verführen vermögen. Und davon kann ich nicht jeden Bruder und jede meiner Schwestern ausnehmen. Ich beobachte, ich lerne und ich glaube daran, die Macht, die mir durch die Kristalle zufließt, bald in einer Weise nutzen zu können, die das Unrechte in dieser Welt zerschmettert und das Fallen der Dunkelheit abwenden kann. Und ich werde wachsam bleiben.“

(WIRD FORTGESETZT)